| Aus der Geschichte
Biberachs
Biberach wurde im Jahre 766 im
Lorscher Kodex das erste Mal urkundlich erwähnt. Der Ort muss viel älter
sein, denn es wird von Biberacher Hofgütern und Weinbergen berichtet.
Biberach hatte in seiner Vergangenheit viele Besitzer, der Ort wurde
oft verkauft. Bis Ende des 13. Jahrhunderts war es Reichsgut des Königs.
Im Jahre 1298 verlieh König Adolf Biberach an Konrad von Weinsberg als
Belohnung für erwiesene Heerfolge. In den folgenden Jahren wurde das Dorf
immer wieder verpfändet bis es im Jahre 1407 von Wimpfen gekauft wurde.
Biberach war ein armes Dorf, den jeder der Besitzer war darauf aus,
etwas aus dem Dorf zu holen. Dazu kamen viele Kriege zwischen 1525 und
1799, verbunden mit Plünderungen,
Brandschatzungen usw. Am schlimmsten war wohl der 30-jährige Krieg mit
seinen Auswirkungen. Das bekannteste Datum ist der 26. April 1622 mit der
Schlacht bei Wimpfen. In einem Kirchenbuch steht, dass 1649 nach 15 Jahren
Schutz in Wimpfen die Bürger wieder nach Biberach zurückkehrten. Damals
hatte das Dorf noch 24 Einwohner.
1650 verkaufte Wimpfen das Dorf an den französischen Generalmajor
Thomas von Klug. Die Familie war 31 Jahre im Besitz des Dorfes und wohnte
als einzige der Besitzer am Ort.
Die Töchter wollten Biberach wieder verkaufen. Herzog Eberhard von
Württemberg hatte Interesse daran, aber nicht das Geld dazu. 1681 kaufte
der Deutschorden das Dorf. Seit 1532 gehörte schon der sog. "Deutschhof"
dem Orden (eine Hofanlage in der heutigen Unterlandstraße).
Nach diesen vielen Besitzerwechseln kann man verstehen, dass Biberach
kein großes Schloss oder eine reich geschmückte Kirche hat. Dazu war der
Ort und seine Bewohner zu arm.
Erst nachdem Biberach 1805 zu Württemberg kam, konnte sich das Dorf
erholen.
Nach und nach konnten die Abgaben, die auf den Höfen und Äckern lagen,
abgelöst werden.
Von 1840 an blieb die Bevölkerung 100 Jahre zahlenmäßig konstant. Sie
betrug 1304 im Jahr 1840 und 1337 im Jahr 1940. Ende des 2. Weltkrieges
kam durch die Aufnahme von Flüchtlingen die Wende für Biberach und die
Einwohnerzahl nahm um 400 zu. Innerhalb von 15 Jahren hat sich dann
Biberach aus dem einstmals fast rein landwirtschaftlich orientierten
Dorf zur Arbeitnehmer Wohngemeinde des Wirtschaftszentrums Heilbronn
entwickelt.
Am 1. Januar 1974 wurde Biberach nach Heilbronn eingemeindet und ist
heute ein Stadtteil mit ca. 5000 Einwohnern.
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